... nicht immer harmlos!
Insektenzeit!
Insekten
Grundsätzlich gilt: Allein das Gift einer Biene, Wespe oder sogar Hornisse bringt keinen gesunden Hund um. Es gibt allerdings bei Hunden wie bei Menschen - Individuen , die allergisch auf bestimmte Eiweißbestandteile in Insektengiften reagieren und bei wiederholtem Kontakt einen anaphylaktischen Schock entwickeln. Auch ganz junge, sehr alte oder anderweitig geschwächte oder kranke Tiere können empfindlich auf einen Bienen-, Wespen- oder Hornissenstich reagieren. Gefährlich wird es dann auch für gesunde Hunde, wenn sie ein Wespennest aufgestöbert haben oder in ein schwärmendes Bienenvolk geraten und von den Insekten in Angriffsstimmung regelrecht "überfallen" werden. Entscheidend ist die Giftmenge, also die Anzahl der Stiche. In einem veröffentlichten Fall war eine Schäferhündin von weit über tausend Bienen gestochen worden und innerhalb kurzer Zeit unter Atembeschwerden gestorben. Vom Menschen ist bekannt, dass etwa 500 Bienenstiche tödlich sind. 30 bis 40 bereits schwere klinische Symptome hervorrufen. Bienengift bewirkt eine Hämolyse und beeinträchtigt den Herzmuskel., Wespen- und Hornissengift wirkt außerdem noch auf das Nervensystem. Von Bedeutung ist weiterhin der Körperteil, in den ein Hund gestochen wird, Tritt er z.B. auf eine Biene, so durchdringt der Stachel entweder die dicke Ballenhornhaut gar nicht ernst, oder er dringt in die empfindliche Zwischenzehenhaut. Schreit Ihr Hund also auf einer Wiese plötzlich lauf auf und hat offensichtlich Schmerzen in einer Pfote, so untersuchen Sie sorgfältig alle Pfoten, vor allem auch zwischen den Zehen. Entdecken Sie den Stachel, meist mit anhängendem "Giftsäckchen" des Insektes, so entfernen Sie ihn. Das Aussaugen der Wunde dürfen Sie sich aus hygienischen Gründen natürlich ersparen! Die möglichst baldige Applikation kühlender kühlender Kompressen sollt folgen. Dieselbe Behandlung gilt auch für Stiche in anderen Körperregionen. Besonders heikel ist es, wenn der Hund innerhalb des Mauls gestochen wird. Dies geschieht meist, wenn Wespen oder auch Bienen von Lebensmitteln angezogen werden, die auch der Hund gerne fressen möchte. Sowohl Bienen als auch Wespen werden von süßen und auch salzigen Speisen und Getränken angezogen (Eis, Milch, etc.) Dies gilt es zu bedenken, wenn wir den Hund im freien Füttern, aber auch, wenn wir unsere eigene Tafel im Garten errichten, und der Hund, teils unerlaubt, teils mit unserer Zustimmung, an unserer Mahlzeit teilnimmt. Happen, die wir dem Hund zuwerfen, vom Tisch gefallene Reste oder achtlos liegen gelassene Nahrungsmittel ziehen Insekten und Hunde gleichermaßen an. Etwa seltener kommt es auch vor, dass ein Hund beim gezielten Schnappen nach einer Biene oder Wespe von dieser gestochen wird. In beiden Fällen ist äußerste Umsicht geboten. Untersuchen Sie die Maulhöhle gründlich. Befindet sich der Stich eher im Bereich der Lefzen, so legen Sie kühlende Kompressen auf. Scheint der Stich weiter hinten im Rachen bzw. im Kehlkopfbereich erfolgt zu sein, so suchen Sie auf jeden Fall Ihren Tierarzt auf. Im Zweifelsfall kann dieser abschwellende Mittel verabreichen, und Sie verlieren keine wertvolle Zeit mit der Fahrt, sind die Atemwege des Hundes erst einmal angeschwollen. Auch wenn Ihr Hund sonst nach einem "normalen" Insektenstich irgendwelche Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks zeigt, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen. Möglicherweise reagiert Ihr Hund überempfindlich, auch wenn er bereits früher einmal ohne größere Probleme gestochen worden ist. Die Anzeichen einer solchen Überempfindlichkeitsreaktion sind: Unruhe, Durchfall, Erbrechen, Kreislaufkollaps, Anfälle oder Koma. Wird er Hund nicht umgehend tierärztlich behandelt, so kann er ziemlich bald sterben. Als weitere, allergische Komplikationen eines Insektenstiches kann eine so genannte Urtikaria eintreten. Diese, auch Nesselfieber genannte Erscheinung zeichnet sich durch heftige Quaddelbildung aus, welche oft am Kopf ("Nilpferdkopf"), aber auch an anderen Körperstellen auftreten kann. Auch hier ist eine umgehende tierärztliche Behandlung erforderlich. In extremen Fällen kann sogar ein Luftröhrenschnitt notwendig werden. Andere, für Hunde giftige Insekten existieren in Deutschland nicht. Lästige Krabbeltiere hingegen sind Flöhe, Läuse und Haarlinge. Flöhe können allerdings beim Hund heftige Allergien, die sich zumeist als Dermatitis mit starkem Juckreiz äußern, auslösen. Meist entdeckt man die Flöhe im Bereich der Rutenwurzel auf der Kuppe, aber auch an der Schenkelinnenseite. Flohkot findet man als kleine, schwarze, "kommaförmige" Krümmelchen auf der Haut des Hundes, bringt man diesen Kot auf ein angefeuchtetes Papiertaschentuch, so verfärbt sich dieses durch das verdaute Blut rötlich. Extremer Flohbefall ist für Hund und Besitzer nicht nur extrem unangenehm, er kann für den Hund auch gesundheitsschädliche Folgen haben, bei kleineren und jungen Tieren unter Umständen zu einer Anämie führen.